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Pressemitteilung
DIE INVASION DER GRAUHÖRNCHEN IN DIE SCHWEIZ STEHT BEVOR
Laut einem Bericht, der heute in Turin, Italien veröffentlicht wurde, wird vorhergesagt, dass sich innerhalb von 25-30 Jahren die eindringenden
amerikanischen Grauhörnchen von Italien bis in die Schweiz ausbreiten und dabei erhebliche Umwelt- und Wirtschaftsschäden anrichten werden, sofern keine Schritte unternommen werden, um sie zu bekämpfen.
Der Bericht mit dem Titel „Vorhersage der Ausbreitung der Grauhörnchen von Italien in die angrenzenden Länder“ wurde für die Europäische
Eichhörnchen Initiative [European Squirrel Initiative (ESI)] von der Abteilung für Insektenkunde und Zoologie der Agrarfakultät Turin und der Lehranstalt für Biologie, Universität von Newcastle, Vereinigtes
Königreich, erstellt. Er prognostiziert, dass die bestehenden italienischen Kolonien der amerikanischen Grauhörnchen schnell wachsen werden, um sich innerhalb der nächsten 25 Jahre nach Frankreich und in die
Schweiz auszubreiten und schätzt, dass sich die Grauhörnchen bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts in großen Teilen Norditaliens ansiedeln und einen Bestand von rund 11 Millionen Tieren erreichen werden.
Die amerikanischen Grauhörnchen wurden in Italien im Jahre 1948 eingeführt. Zurzeit existieren drei Kolonien, ein großer Bestand in der Nähe von
Turin und zwei kleinere Bestände, einer entlang des Tessin-Flusses und ein weiterer bei Genoa Nervi. Es wird geschätzt, dass die amerikanischen Grauhörnchen in weniger als 2 Jahren die wirtschaftlich wertvollen
Gebiete des Nussanbaus südlich von Turin erreichen werden. Der Bericht gibt die politischen Bedenken des Ständigen Ausschusses des Berner Übereinkommens wieder, welcher – bestürzt über das
Nichttätigwerden in Italien – im Dezember 2005 eine Spezifische Empfehlung erlassen hat, welche die Behörden des Tessiner Tales drängte, die Grauhörnchen auszurotten.
Mit der Ansiedlung der amerikanischen Grauhörnchen in dem Gebiet entlang des Tessin-Flusses und dem Lago Maggiore steht auch das Eindringen in die
Schweiz bevor. Die Ausbreitung der Grauhörnchen in die Schweiz wird im Kanton Tessin und rund um den Luganer See beginnen. Das Modell prognostiziert, dass es bis zum Ende des Jahrhunderts mehr als 3,5 Millionen
Eichhörnchen in der Schweiz geben wird.
Diese Vorhersagen unterstreichen die ernsthafte Bedrohung des europäischen Bestandes an roten Eichhörnchen“, sagte Miles Barne, Vorsitzender der
ESI, einer Stiftung mit Sitz im Vereinigten Königreich. „Die Grauhörnchen übernehmen die natürliche Heimat der roten Eichhörnchen und verdrängen diese aus ihrer eigenen Umgebung. Diese Eindringlinge
verursachen auch weit reichende Schäden an den gewerblichen Baum- und Fruchtplantagen und den Getreideernten. Je länger die Ausbreitung unkontrolliert bleibt, umso größer wird der Einfluss dieser fremden Spezies
auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt, die Landwirtschaft und Forstwirtschaft sein“.
Das Ziel des Berichtes war, Vorhersagen für die wahrscheinliche Ausbreitung der Grauhörnchen von Italien nach Frankreich und in die Schweiz zu machen
und die Auswirkung der Entfernung oder der Abwesenheit der Bestände aus den Regionen des Tessin und Genoa auf die Geschwindigkeit der Ausbreitung der Grauhörnchen zu beurteilen.
„Wir haben ein räumliches detailliertes Bestandsdynamik-Modell [spatially explicitly population dynamics model (SEPM)] angewendet, um die
Ausbreitung vorherzusagen“, erklärte der Autor des Berichtes, Dr. Sandro Bertolino. „Dieses Modell wurde mit Heimatkarten kombiniert. Die Dynamik der Eichhörnchenbestände steht im Zusammenhang mit den
Saatgut-Erntemustern und der Verfügbarkeit von Nahrung und die Zusammenfassung basiert auf der Bereitstellung von durchschnittlichen und guten Saatgut-Erntemustern.“
Die einzige Unsicherheit ist die voraussichtliche Geschwindigkeit der Ausbreitung. Große Teile Europas enthalten eine potenziell gute Heimat für
Grauhörnchen und deren Ausbreitung würde ein erhebliches zukünftiges Problem für die gewerbliche Forstwirtschaft und die Artenvielfalt sowie eine Bedrohung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, wie zum
Beispiel dem europäischen roten Eichhörnchen, darstellen. Sobald die Grauhörnchen die Alpen überquert haben und in Frankreich und der Schweiz existieren, wird sich die Geschwindigkeit der Ansiedlung
voraussichtlich erhöhen. Insbesondere die Flusstäler des Rhone und des Rheins in der Schweiz bieten leichten Zugang zu Deutschland und dem Rest von Europa.
ENDE
1. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an eine der folgenden Kontaktpersonen:
· Filippo Gautier unter 0039 335 5753 200
· Dr. Sandro Bertolino unter 0039 349 0878 832 E-Mail: sandro.bertolino@unito.it
· Andrew Kendall unter 0044 7850 601354 E-Mail: Andrew.kendall@kendallscom.co.uk
· Büro Vereinigtes Königreich 0044 1394 610 022
2. Eine vollständige Ausgabe des Berichtes ist auf der ESI Website zu finden: www.europeansquirrelinitiative.org
3. Eine DVD mit animierten Karten und Fotos der roten Eichhörnchen und Grauhörnchen steht zur Verfügung – bitte wenden Sie sich an Andrew Kendall
unter 0044 1394 610 022 E-Mail: Andrew.kendall@kendallscom.co.uk
HINWEISE FÜR REDAKTEURE
Die Europäische Eichhörnchen Initiative [European Squirrel Initiative] wurde im Juni 2002 von einer Gruppe besorgter Natur- und Umweltschützer und
Förster gegründet. Die Organisation strebt nach der Wiedereinsetzung des einheimischen roten Eichhörnchens und dem Schutz der natürlichen Umgebung durch das Entfernen der Einwirkung des fremden Grauhörnchens in
Europa.
Ihre Aufgabe umfasst
- Die Überzeugung von Natur- und Umweltschutzgremien und Regierungen von der absoluten Notwendigkeit, Europa von den Grauhörnchen zu befreien.
- Die weitere Beauftragung von Untersuchungen über die Auswirkung der Grauhörnchen auf die örtlichen Ökosysteme.
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